Ihre Augen regeln ihren Schlaf

Aber die neuen energiesparenden Leuchtmitteln, die Bildschirme von TV, Computern, den Spielekonsolen und den Smartphones stören gefährlich ihre innere Uhr.

Wenn wir vom Sehen sprechen, denken wir immer an das Sehvermögen. Dabei vergessen wir zu häufig, dass das Auge auch andere nicht visuelle Funktionen hat: speziell die Aktivierung – oder eben die Nicht-Aktivierung – des Schlafhormons Melatonin.

Lange Zeit haben wir angenommen, das die Netzhaut von Säugetieren (darunter die Menschen) zwei Arten von Fotorezeptoren hat: die Zapfen und die Stäbchen. Aber Studien der letzten Jahrzehnte zeigen die Existenz einer dritten Art der Fotorezeptoren die sich erheblich von den Stäbchen und Zäpfchen unterscheidet.

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Die Fotorezeptoren im Auge

Dieser Typ der Rezeptoren benutzt ein anderes Fotopigment (Melanopsin), dass sensibler auf das Lichtspektrum aber weniger sensibel auf die Lichtstärke ist.

Diese Zellen (etwa 3000) sind eine Unterpopulation der retinalen Ganglienzellen und werden intrinsische (d.h. eigenständige) photosensitive (d.h. lichtempfindliche) retinale Ganglienzellen oder kurz ipRGCs genannt. Das erstaunlichste ist, dass diese Fotorezeptoren ausschließlich die Funktion der direkten Kommunikation mit dem Gehirn haben. Sie haben keinerlei visuelle Funktion.

Die Störungen durch « blaues Licht »

Die lichtempfindlichen Zellen regeln folgendermaßen die verschiedenen Funktionen der visuellen Aufnahme eines Bildes:

  • Abgleich des biologischen Rhythmus (Circadianer Rhythmus) mit dem Licht
  • Wachsamkeit, Reaktionszeit und Stimmung

Aufnahmefähigkeit und kognitive Prozesse

 

Die visuelle Stimulation durch das kurzwellige « blaue Licht » auf die ipRGC Zellen der Netzhaut wird ausgedrückt durch das Melanopsin ein Pigment, das, über den Weg des retinalen Hypothalamus, die Melatoninabsonderung (Schlafhormon) der Zirbeldrüse verringert. Und damit wird das Einschlafen sowie der Schlaf gestört.

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Circadianer Rhythmus

Das Verhalten der Menschen und der Landsäugetiere folgt den Rhythmen die durch die tägliche Variation des Lichtes und der Dunkelheit moduliert werden. Man nennt diese zyklische Verhaltensänderung den circadianen Rhythmus.

Die circadianen Rhythmen sind also biochemische, physiologisch und verhaltenstechnische Zyklen, die in einer Periodenlänge von etwa 24 Stunden pendeln, nach einer Uhr, die mit dem Tag-Nacht-Wechsel synchronisiert ist, wahrgenommen durch spezialisierte Fotorezeptoren der Netzhaut.

Innere Uhr und circadianer Rhythmus

 

Auswirkung der der verschiedenen Wellenlängen des Lichtes auf die Melatonin Herstellung

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Trotz der schwachen Lichtstärke (nur 18LUX) ruft ein Niedrigenergie Leuchtmittel eine zweimal stärkere biologische Reaktion hervor, als die deutlich höhere Lichtstärke einer herkömmlichen Glühbirne (450 lux).

 

Die Auswirkung des Melatonins

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Das blaue Licht : dieselbe Wirkung wie Kaffee

Das Melatonin senkt die Körpertemperatur während der Nacht, was eine Verringerung der Wachsamkeit zur Folge hat. Es hat außerdem eine Wirkung auf die Aufmerksamkeit, den Lernprozess und das Gedächtnis.

Andersherum wurden in Frankreich und Schweden Versuche gemacht, um den Effekt eines blauen Lichtes im Armaturenbrett des Autos bei Nachtfahrten festzustellen. Die Ergebnisse zeigen, dass das blaue Licht ebenso effizient wie Kaffee ist, um die Aufmerksamkeit des Fahrers zu schärfen. Damit werden also genaugenommen Schlafstörungen herbeigeführt.


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